Benedictine

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Dass der Bénédictine Likör die lateinische Inschrift D.O.M (für Deo Optimo Maximo = "Gott, dem Besten und Grössten") trägt, hat nichts mit der Kirche zu tun. Damit möchte man nur einmal mehr die klösterlichen Ursprünge des Kräuterelixiers hervorheben. Frühere Versionen der heutigen Rezeptur für Bénédictine sollen bereits im frühen 16. Jahrhundert in der Benediktiner-Abtei Fécamp hergestellt worden sein. Nachdem die Abtei infolge der Französischen Revolution verkauft worden war, kamen die alten Manuskripte der Klosterbibliothek über Umwege in die Hände von Alexandre Le Grand, woraufhin jener seinen eigenen Likör entwickelte. Schon zur Markteinführung versah Le Grand den Namen mit dem Zusatz D.O.M, natürlich nach Absprache mit den Mönchen. Dank einer gesunden Portion Grössenwahn, die sicherlich auch von dem speziellen Nachnamen ("der Grosse") herrührte, liess der gute Mann kurzerhand einen ganzen Palast als Produktionsstätte für den Likör errichten. Etwas über 100 Jahre später ging die Marke in die Hände von Martini & Rossi über, die kurze Zeit später von Bacardi übernommen wurden. Seit 1930 ist übrigens auch der B & B Likör (aus Bénédictine & Brandy/Cognac) erhältlich, der alternativ als Cocktail zubereitet werden kann. Weitere bekannte Cocktails mit Bénédictine sind Singapore Sling und diverse Martini-Varianten. Die Herstellung von Bénédictine ist dabei alles andere als simpel: Der Prozess beginnt mit vier Pflanzenmischungen, die voneinander getrennt in Neutralakohol mazerieren und dann destilliert werden. Die Destillate werden miteinander vermählt und acht Monate lang fassgelagert. Anschliessend wird der Blend zweifach auf 55°C erhitzt und weitere vier Monate fassgelagert, bevor die Filterung und Abfüllung folgen. Der 1882 in Auftrag gegebene Palais Bénédictine, welcher Stilelemente der Gotik und der Renaissance miteinander vereint, ist bis heute die Heimat des Likörs und dazu eine sehr beliebte Besucherdestination. Das Gebäude liegt inmitten des Hafenstädtchens Fécamp am Ärmelkanal und beherbergt nicht nur die Destillerie und ein riesiges Kellergewölbe, in dem die Mischung aus 27 Kräutern und Gewürzen in Eichenfässern ruht, sondern auch eine Kunstausstellung, ein Museum sowie diverse Veranstaltungsräume.

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